Fahrzeugdetektion
Fahrzeugdetektion
Im Rahmen der Kapazitätsüberwachung und von Stilllegungsverfahren ist das EBA als zuständige Kontrollbehörde für die Überprüfung der vorangegangenen Nutzung eines Gleises vor Antragstellung auf Stilllegung zuständig. Oftmals liegen jedoch nicht ausreichend bzw. keine zeitlich hochauflösenden Informationen über die Nutzung in der Vergangenheit vor. Eine Nutzung stellt hierbei bereits das zeitweilige Abstellen eines Fahrzeuges auf dem Gleis dar.
Die Funktion nutzt Sentinel-1-Daten des Copernicus-Programms der ESA und hierbei den verstärkten Rückstreueffekt von Metallobjekten, der auch bei Schienenfahrzeugen auftritt. Sentinel-1-Daten sind tages-, jahreszeit- sowie wetterunabhängig und liegen in durchgängigen Zeitreihen seit 2016 vor, die auch rückwirkende Kontrollen in der Vergangenheit ermöglichen. Alle verfügbaren Bilder werden zu einer Serie aufgearbeitet, sodass eine Zeitreihe mit Rückstreuungswerten entsteht. Diese Werte unterscheiden sich je nach befindlichem Objekt im Gleisbett. Steht ein Zug auf dem Gleis weisen die Wertereihen deutlich höhere Werte auf und können somit vom Gleisumfeld und Schotterbett deutlich unterschieden werden. Basierend auf Schwellwerten werden starke Rückstreuer wie Schienenfahrzeuge und ihr Rückstrahlwert mit dem zugehörigen Datum sowie der Belegungsanteil von Gleisen und Gleisanlagen berechnet.
Die Schwellwerte basieren auf einem manuell erfassten Datensatz von Rückstreuwerten relevanter Klassen. Aus diesem wurde mithilfe von Entscheidungsbäumen der entscheidende Schwellwert abgeleitet. Weitere Prozessierungsschritte und Filter wurden basierend auf bekannten, nicht genutzten Strecken entwickelt.
Ausgegeben werden die Ergebnisse zum einen in Form einer Tabelle, die alle wahrscheinlich detektierten Nutzungen sowie die dazugehörigen Zeitpunkte angibt. Zum anderen werden Rasterbilder zur visuellen Interpretation der Ergebnisse ausgegeben, die beispielsweise den Belegungsanteil im Untersuchungszeitraum grafisch darstellen.